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Parklandschaften by Constantin Meyer

Die Design Post in Köln-Deutz präsentierte anlässlich der Internationalen Photoszene Köln 2016 die Ausstellung „Parklandschaften“ des Kölner Architekturfotografen Constantin Meyer (16.09.bis 08.10.2016).

Die eigenwillige Ästhetik urbaner Zweckarchitektur im Kontext des Stadtraums, der sie umgibt: Die großformatigen Fotografien von Constantin Meyer lenken den Blick zunächst auf große, leere Flächen. Weder Menschen noch Autos sind gegenwärtig an diesen funktionalen Orten, die jeder kennt, wenige aber bewusst wahrnehmen: Dächer von Parkhäusern. Constantin Meyer hat zahlreiche davon in Städten Nordrhein-Westfalens dokumentiert. Die Begrenzung des Daches bildet dabei stets die harte Kante zur Stadt. Diese wird nur in einem Ausschnitt sichtbar; Parkdach- und Stadtarchitektur begeben sich in einen Dialog. Die Dächer erscheinen so als Landschaft mit einer eigenständigen Ästhetik, die auch die Stadt drumherum aus ungewöhnlicher Perspektive sichtbar macht. Die Ausstellung umfasst 40 mit der Großbildkamera aufgenommene Arbeiten und wird in der Tiefgarage der Design Post Köln im Rahmen einer sorgsam kuratierten Inszenierung präsentiert. 

Parkhausdächer: Der vergessene Lebensraum über der Stadt

Wie in einem Gemälde der Romantik schaut der Mensch auf einem von Meyers Parkhausdächern in die Weite. Sichtbar werden Ausschnitte von Innenstädten, die durch historische Bauten ebenso geprägt sind wie durch Architektur der Nachkriegszeit, das Banale und Zweckmäßige jüngerer Zeit, auf Gelungenes und weniger Gelungenes, auf zufällige Ensembles urbaner Realität. Diese gehört in jedem Fall zu unserem Leben, sie verweist auf persönliche Erfahrungen genauso wie auf die Geschichte der Städte. Denn nur auf den ersten Blick scheinen sich die vermeintlich öden Parkhausdächer zu ähneln. Ihr jeweiliges Umfeld jedoch macht sie einzigartig, verortet sie in einer konkreten Umgebung. Der Ort selbst steht für Meyer dabei nicht im Fokus seiner Arbeit, sondern die Kraft der jeweiligen Bildkomposition und ihre spezifische Atmosphäre – Meyer nennt es die „Schönheit des Absurden“.

Constantin Meyer (*1971) studierte nach seiner Ausbildung zum Fotografen von 1992 bis 1999  visuelle Kommunikation mit dem Schwerpunkt Fotografie an der Kunsthochschule Kassel. Von 1997 bis 1998 studierte er für 2 Semester bei Joel Sternfeld an der School of Visual Arts in MFA Photography in New York. Seit 2000 ist Constantin Meyer in Köln als selbständiger Fotograf tätig.